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JHV 2026 - Bayer. Wald-Verein Sektion Lam e. V.

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Aus der Jahreshauptversammlung am 28. März 2026 (Bericht von Maria Frisch)
Osserschutzhaus ist kein Selbstläufer
 
Waldvereinssektion Lam unterstreicht den touristischen Wert für ostbayerischen Raum – 2025 wurden 72.000 Euro investiert
Das Osserschutzhaus bietet für jeden Naturfreund ein Erlebnis der besonderen Art und ist für die gesamte Region - seiner einheimischen Bevölkerung, Besuchern aus Tschechien und Feriengäste - von großer Bedeutung. Dieser Stellenwert kam bei der Jahreshauptversammlung der Waldvereins-Sektion Lam am Samstag im Gasthof „Sölln“ besonders zur Geltung. „Durch den guten Besuch kommt zum Ausdruck, dass die Arbeit des Vereins geschätzt wird. Das Osserwirtshaus zu betreiben, ist allerdings kein Selbstläufer“, betonte Sektionschef Franz Reuel.
Angesichts der 2025 aufgewendeten 72.000 Euro für die Gebäudesanierung und den beträchtlichen Summen in der Vergangenheit, wird wohl jedem klar, dass die Sektion Lam viel Geld in den Erhalt stecken muss. Der frühere, bereits verstorbene Vorsitzende Norbert Lemberger drückte dies stets so aus: „Das Osserschutzhaus ist uns lieb, aber teuer.“ Ein großer Dank galten Hüttenwart Johann Liebl, der die Fäden zieht, und seiner rechten Hand Martin Dietl. „Beide sind weit über das normale Ehrenamt hinaus engagiert“, lobte Franz Reuel. Beide erhielten einen Gutschein für einen „Day spa“, den das Hotel Sonnenhof im Himmelreich als Anerkennung für die Leistung des Waldvereins gesponsert hatte.
Der Sektionschef geht davon aus, dass rund ein Fünftel der Gäste aus Lam, Lohberg, Arrach, Hohenwarth, Bad Kötzting und Neukirchen b. Hl. Blut während ihrer Urlaubstage auch das Osserschutzhaus aufsuchen. Grob gerechnet sind dies 100.000 Besucher pro Jahr. Daraus ist der hohe touristische Wert für die Region und über die Grenze hinweg für Wanderer und Schulklassen abzusehen. „Die Schutzhütte ist von Mai bis Oktober sieben Tage in der Woche geöffnet und stellt Toilettenanlagen für alle Wanderer zur Verfügung“, machte Franz Reuel bewusst. Er stellte kurz das Waldschmidthaus am Rachel gegenüber, das seit längerem geschlossen ist. Das Gebäude gehört der Nationalparkverwaltung, die es renovieren möchte. Voraussichtliche Renovierungskosten 3 Millionen Euro. Die Fertigstellung ist für den Start der Sommersaison 2027 geplant.
 
Die Verbesserung der Stromversorgung kostete am Osser zwischen 60000 und 70000 Euro. Das Unternehmen Solar Kroner aus Hohenwarth übernahm die Planung und Durchführung der Installationsarbeiten. Während der Umsetzung stellte sich die Schaffung eines frostsicheren Raums für die Batteriespeicher als besondere Herausforderung für die Handwerker heraus. Zusätzlich war es notwendig, im Außenbereich eine spezielle Funkantenne zur Verstärkung des Handysignals zu montieren, um eine zuverlässige Fernwartung der Anlage zu ermöglichen. „Durch diese technische Lösung kann der Betrieb und die Wartung der Solaranlage effizient überwacht und sichergestellt werden“, informierte Reuel.
 
Solche Summen können mit der Pacht nicht finanziert werden. Dennoch sei der Waldverein schuldenfrei. „Wir stellen jedes Jahr mindestens einen Förderantrag, der vielfältige Verwaltungsarbeiten und Schriftverkehr erfordert.  Für den letzten aus 2025 zur Sanierung mit regenerativen Energien haben wir 24.720 Euro erhalten“, bezifferte Franz Reuel, der sich in diesem Zusammenhang bei MdL Gerhard Hopp und Robert Reindl von der Regierung von Oberfranken bedankte. Das Osserschutzhaus wird künftig ressourcenschonend mit wartungsarmer und langlebiger Technik und soweit wie möglich mit Energie aus erneuerbaren Quellen versorgt. Die Sektion erhält das Gebäude einfach und bedarfsgerecht, ohne Erweiterungen vorzunehmen. Das Prinzip der Genügsamkeit – weniger ist mehr – ist weiterhin die Maxime, die der Verein seit Jahren praktiziert. So gibt es beispielsweise keine Zimmer mit Dusche, sondern lediglich einfache Waschgelegenheiten. Der Gasverbrauch wurde wesentlich verringert.  2026 stellte die Sektion erneut einen Förderantrag über das Künische Gebirge für die Erneuerung der Fußböden im Osserschutzhaus, wobei Franz Reuel Jana Dirriglova für die Unterstützung dankte.   
 
Um Bürgerenergiepreis beworben. Die Sektion hat sich um den Bürgerenergiepreis der Oberpfalz beworben, der mit 12.000 Euro dotiert ist“, berichtete Franz Reuel. Es kommen in der Regel drei Empfänger zum Zuge. Erfreulich sei das Aufkommen an Sponsoring, Zuwendungen und Spenden, die sich 2025 mit 15.116 Euro bezifferten. Der Sektionschef bedankte sich herzlich dafür.
„Nur mit allen diesen Mitteln waren die Instandhaltungsmaßnahmen zu stemmen“, konstatierte Franz Reuel. Die Internetseite des Lamer Waldvereins wird oft aufgerufen. Feste Termine im Vereinsgeschehen sind die Maiandacht, der Osserkirta, der Hüttennachmittag, die Demonstration am Zwercheck, „das letzte Bier“ und die traditionelle Mitternachtschristmette, die von auffallend vielen jungen Leuten aus dem gesamten Altlandkreis Kötzting besucht wird. 2025 war die Sektion zusätzlich auf der Landesgartenschau in Furth im Wald vertreten. Ein großer Dank galt Raimund Konow für die musikalische Umrahmung mit der Zither. Sehr gut angenommen wurde auch der Abend im Gasthof „Sölln“ mit der Vorstellung des Jahresprogramms.  

Kulturwart Andreas Roider hielt einen sehr interessanten Vortrag über die Anfänge des Tourismus im Lamer Winkel im Hotel „Zum Hirschen“. Für den 15. Juni plant er einen Ausflug in den Böhmerwald mit der Reiseleitung von Sepp Altmann. Franz Reuel referierte über die Berggottesdienste an den Kapellen des Bayerischen Waldes.

Wegewart Andreas Stocker machte bewusst, dass der Verein die Wanderwegekontrolle mit einer Gesamtlänge von 184 Kilometer erledigt.  
 
Hüttenwart Hans Liebl fasste die Baumaßnahmen des letzten Jahres kurz zusammen: Erneuerung des Zauns um den Lastenaufzug sowie des Treppenaufstieges zum Gipfel, Renovierung Zaun zur tschechischen Seite, Sitzbankgarnituren auf der Westterrasse.
Nach der Wasser- ist die Stromversorgung die wichtigste Säule, um einen gastronomischen Betrieb zu ermöglichen. Deshalb verschafften sich die Verantwortlichen einen Einblick in die umliegenden Berghütten. Hohenbogen, Arber usw. haben einen öffentlichen Stromanschluss. „Schareben verfügt über ein ähnliches System, welches jetzt von der Sektion Lam realisiert werden konnte“, berichtete Franz Reuel. Nicht einfach war der Transport des Materials auf den Berggipfel, der sich als logistische Meisterleistung entpuppte.
 
Im Kassenbericht von Tilla Sitzberger kamen unter anderem nochmals die beträchtlichen Aufwendungen für die Verbesserung der Stromversorgung zur Sprache. Die Sektion Lam verfügt über 263 Mitglieder. Sieben Sterbefällen stehen acht Neuaufnahmen gegenüber. Bei den acht Neumitgliedern wurden drei Übernachtungen mit Frühstück im Osserschutzhaus verlost. Die Gewinner sind Siegfried Schwarz, Klara Dorner und Alois Dorner.
 
„Der Waldverein braucht junges Blut“, bekräftigte Franz Reuel den Bedarf an Nachrückern. Das Problem besteht seit Jahrzehnten, wie er anhand eines Zeitungsausschnitts aus dem Jahr 1953 bestätigte. Das wohl größte Ereignis sei im laufenden Kalenderjahr das 40-jährige Bestehen der Künischen Kapelle. In seinem Grußwort dankte stellvertretender Bürgermeister Franz Josef Brandl allen ehrenamtlichen Helfern für den Einsatz am Osserschutzhaus.

               
Letzte Aktualisierung am 30.03.2026 Diese Website benutzt Cookies. Mit dem weiteren Navigieren auf diese Homepage akzeptieren Sie unsere rechtlichen Hinweise.     
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