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Einweihung PV-Anlage - Bayer. Wald-Verein Sektion Lam e. V.

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Einweihung PV-Anlage
(Bericht von Maria Frisch)
Am Montag 13. Mai 2026 wohnten gut zwei Dutzend Gäste der Einweihung der PV-Anlage auf dem Osserschutzhaus bei, die der 2. Vorsitzende Pater Augustinus vornahm. Den Aufstieg hatten zum Teil schon Regen- und Hagelschauer begleitet. Sektionsvorstand Franz Reuel freute sich, den neuen Landrat Christian Schindler am Osser begrüßen zu dürfen.
Zu den Ehrengästen zählte auch Sebastian „Wast“ Augustin, der 18 Jahre Hüttenwirt war. „Sommer wie Winter, das ist eine Leistung. Claudia und Schorsch Hatzinger sind als Nachfolger das siebte Jahr tätig“, resümierte Franz Reuel. So eine Berghütte zu bewirtschaften, stelle besondere Anforderungen an die Betreiber, die man erst einmal finden müsse. Ein Negativbeispiel sei die Hütte am Rachel, die wegen einer notwendigen Sanierung und deren hohen Kosten schon ein paar Jahre zugesperrt sei. Die Firma Solar Kroner wagte sich an die schwierige Aufgabe, am Osserschutzhaus eine PV-Anlage zu installieren. Pater Augustinus segnete am Montag zunächst das Weihwasser, bevor er den Segen auf die neue Stromanlage herabrief, die ein Werk menschlichen Könnens sei, das helfe, diesen Ort der Zuflucht für Wanderer, zu erhalten.

Ein geschichtsträchtiger Ort
„Es ist ein geschichtsträchtiger Ort, der eine stete, zeitgemäße Erneuerung bedarf“, machte Franz Reuel im Gastraum darauf aufmerksam, dass dieser ursprüngliche Standort erstmals 1897 eingeweiht wurde. Die Sektion Lam ist Eigentümer des Osserschutzhauses und sie ist bestrebt, den gastronomischen Betrieb auf Dauer aufrecht zu erhalten. Was wäre eine Wanderung ohne Einkehr? Deshalb sei man den Wirtsleuten sehr dankbar.  Sie ermöglichen die Öffnung vom 1. Mai bis Ende Oktober sieben Tage pro Woche, sowie im Winter je nach Wetterlage. Der Osser sei auch geographisch wichtig, weil dort die Grenze verlaufe. „Er ist darum ein optimaler Ort für freundschaftliche Begegnungen zwischen Deutschland und Tschechien“, führte der Sektionschef aus. Viele Schulklassen nächtigen im Schlaflager. „Es ist ein einmaliges Erlebnis für die jungen Leute, die dadurch ihre Heimat besser kennenlernen“, konstatierte Franz Reuel.
Zudem biete das Schutzhaus eine Übernachtungsmöglichkeit für Wanderer, die unterwegs sind. Die Sektion Lam habe in den letzten 25 Jahren viel umgesetzt. Eine Meisterleistung war der Einbau des Blockheizkraftwerkes, das mit dem Hubschrauber eingeflogen wurde, sowie das handwerklich schwierige Verlegen von cirka 300 Meter Gasleitung auf felsigem Boden. 2001 wurde zudem für das Abwasser ein 50 Quadratmeter Pflanzenklärteich angelegt. Das Highlight war die von den Vorgängern Klaus Butz und Konrad Huber 2017 veranlasste Wasserbohrung. „Das war ein risikoreiches Unterfangen. 2019 ist zudem die Lebensader - der Lift mit drei Stützen – installiert worden“, listete Franz Reuel auf. 2023 ließ die Vereinsführung die elektrischen Leitungen und Verteilerkästen komplett erneuern. „Durch die exponierte Lage des Osserschutzhauses ist nahezu jede Maßnahme für die Handwerksbetriebe eine besondere Hürde“, bestätigte der Redner. Da ein Anschluss an das öffentliche Stromnetz bisher nicht möglich war, und auch in absehbarer Zukunft nicht realisierbar sei, nahm die Sektion 2025 eine eigenständige Energieversorgung in Angriff.
Ein Dank galt der Firma Solar Kroner, die sich über diesen Auftrag getraut habe. Die Berghütte verfüge nun über eine Anlage von 14 KWp auf dem Dach, einem Speicher mit 60 KW und dreiphasige Wechselrichter. Franz Reuel überreichte deshalb für Benjamin und Georg Kroner sowie deren Frauen Dank dem Sponsoring des Waldhotels Sonnenhof in Lam jeweils „eine Auszeit im Himmelreich“ (Wellness-Gutschein). Die zweite Herausforderung war ein frostsicherer Raum, um den sich die Hüttenwarte Hans Liebl und Martin Dietl und viele ehrenamtliche Helfer verdient gemacht haben. Die Wirtsleute Georg und Claudia Hatzinger halfen mit und stellten das Auto für den Materialtransport zur Verfügung.

Charakter des Hauses blieb erhalten
Georg Hatzinger war es ein großes Anliegen, seiner Frau Claudia und den Hüttenwarten zu danken, die ihnen jederzeit zur Seite standen, als er gesundheitlich gehandicapt war. „Auf solche Freunde kann man nicht verzichten“, so Hatzinger. In der Zwischenzeit fertigten sie auch einen neuen Zaun und verlegten neue Fußböden. Franz Reuel zollte ebenso Anerkennung für die geflossenen Zuschussmittel. „Trotz aller Modernisierungen blieb der Charakter des Hauses bewusst erhalten. Wir wollen keine Zimmer mit Dusche und WC“, bekräftigte der Redner. Das Prinzip der Genügsamkeit – weniger ist mehr – soll weiterhin gelten.  „Durch eine Mischung aus Tradition, gezielten Investitionen und ehrenamtlichem Einsatz bleibt das Osserschutzhaus auch künftig ein besonderer Ort für Wandernde und ein grenzüberschreitendes Miteinander“, setzte sich Reuel zum Ziel. Am 31. Mai feiere die Sektion eine Maiandacht zum 40-jährigen Bestehen der Künischen Kapelle, am 2. Augustsonntag den Osserkirta, im September den bayerisch-böhmischen Hüttennachmittag und am 1. Novemberwochenende das letzte Bier.
Landrat Christian Schindler freute sich darüber, dass er zu Beginn seiner zweiten Woche im Amt in gewisser Weise „einen Auslauf erhalten habe“. Er bedankte sich im Namen der Politik für die Unterstützung der Handwerker und Helfer. „Es handelt sich hier um ein herausragendes Beispiel von Energieunabhängigkeit und Verantwortungsbewusstsein gegenüber Ressourcen“, lobte der neue Landrat. Man könne dadurch den Gasverbrauch wesentlich reduzieren. Das sei ein guter Schritt in die Zukunft. Es zeige, dass man auch energieautark werden kann. Schindler bedankte sich ebenso bei der Bayerischen Staatsregierung für die Förderung durch die Fraktionsinitiative des Bayerischen Landtags. Der neue Landkreischef ermunterte die Verantwortlichen, sich bei zukünftigen Anliegen, die zweifellos auftauchen, an die Vertreter der Lokal- und Landkreispolitik zu wenden, die immer ein offenes Ohr haben.
Paul Roßberger schloss sich im Namen der Lamer Winkel-Gemeinden mit einem Grußwort an. Das Osserschutzhaus in Betrieb zu halten sei aller Ehren wert. „Wir können uns als Tourismusregion nur für dieses Aushängeschild bedanken. Hier heroben spürt man, wie alle Zahnräder ineinandergreifen“, so der Lamer Rathauschef. Der geplante Mobilfunkmast am Kornschlag wurde nicht realisiert, dennoch habe sich die Mobilfunkabdeckung durch den Mast am Wasserhäusl gebessert. „Mit der Energielösung hat sich die Firma Solar Kroner selbst übertroffen“, lobte Roßberger.
Der geschäftsführende Vorsitzende des Hauptvereins, Markus Kerner, sprach gleichfalls seine Hochachtung für die ehrenamtliche Leistung aus, die auf dem Osser seit Jahren erfolgt. Er dürfe es seit 2016 live von Amts wegen mitbegleiten. Den Fortschritt bewirke die gute Führung der Sektion vor Ort. Der Bayerische Waldverein sei 143 Jahre alt, das Osserschutzhaus stehe seit über 120 Jahren. Auch am Arber war der Bayerische Waldverein federführend beim Aufbau des Schutzhauses. Mittlerweile ist der Hauptverein mit den Tourismusverbänden gut vernetzt, sonst könnte man das Engagement nicht mehr stemmen. Bei der Wegepflege gebe es noch Luft nach oben, wandte sich Kerner an die Adresse des neuen Landrats. Der geschäftsführende Vorsitzende arbeitet momentan daran, das Landshuter Haus zum Laufen zu bringen. „Die Immobilie wäre soweit, aber ich finde kein Personal - auch nicht grenzüberschreitend“, bedauerte Kerner und rührte gleichzeitig die Werbetrommel für mögliche Bewerber für die Stellen in der Gastronomie.
Letzte Aktualisierung am 30.03.2026 Diese Website benutzt Cookies. Mit dem weiteren Navigieren auf diese Homepage akzeptieren Sie unsere rechtlichen Hinweise.     
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